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Gemeinsam sparen und leihen

Gemeinsam sparen und leihen

Kategorien: Körper / Geist / Seele • Kultur • Sonstiges • Widerstand
Typ: Lesung / Vortrag • Sonstiges • Workshop/Seminar

ANKÜNDIGUNG

Die Krise des Geldes. Chance für neue Werte!

Wir beschäftigen uns als eine Gruppe aus dem Netzwerk „Gemeinsam das Alter gestalten“ in Hitzacker mit dem Thema „Alternativer Umgang mit Geld“ Dazu präsentieren wir am Mittwoch, den 28. Aug. um 19 Uhr in der Alten Sargtischlerei Hitzacker ein 1 stdges. Video mit dem Vortrag des Wirtschaftswissenschaftlers Kar-Heinz Brodbeck über die Krise des Geldes. Anschließend diskutieren wir unser Projekt „Gemeinsam sparen und leihen“.

HINTERGRÜNDE.

Geld bestimmt tagtäglich unseren Alltag. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, einer umfassenden Ökonomisierung und Monetarisierung ausgesetzt zu sein, die alle Bereiche des Lebens tangiert. Was aber macht Geld eigentlich mit uns? Diese scheinbar einfache Frage zielt auf das Zentrum der heutigen Lebenswelt. In seinem Vortrag zum Charakter des Geldes als einer Erkenntnisform zeigt Karl-Heinz Brodbeck, wie nicht wir die Geldwirtschaft organisieren, sondern sie uns. Und er analysiert mit einer Fülle von historischen und systematischen Beispielen, wie wir anders damit umgehen könnten.

Karl-Heinz Brodbeck, geb. 1948, lehrte Volkswirtschaftslehre an verschiedenen Hochschulen, zuletzt in Würzburg. Er ist Verfasser zahlreicher Darstellungen zur Wirtschaft und Philosophie, zuletzt das umfangreiche Werk „Die Herrschaft des Geldes“. Dort und in allen seinen Vorträgen und Publikationen verbindet er wirtschaftliches und philosophisches Denken, wobei er sich vor allem der buddhistischen Weltsicht verbunden fühlt.

Wie kommt Geld in unser Leben? Erinnern wir uns? War da nicht ein Ladenbesuch mit den Eltern und wir sahen etwas, das wir gerne besessen hätten. War da nicht in der Klasse jemand mit Turnschuhen, die du auch gern gehabt hättest? Die Antwort war oft: „Wir haben kein Geld!“ Seit dieser Zeit könnte dir vor Augen geführt worden sein, wie sehr dein Leben vom Besitz des Geldes abhängt und davon bestimmt wird, in irgendeiner Weise an den Besitz von Geld zu kommen: mit Arbeit, mit Borgen, vielleicht durch Schenkungen oder Erbe.

Kein Geld zu haben, kann Ohnmacht und Abhängigkeit bedeuten. Und der Mangel (Schulden) bringt die ständige Gefahr der Demütigung mit sich und der Überschuss (Sparen) das Gefühl von falscher Sicherheit.

Sparen – Schulden!“

Das Projekt „Gemeinsam sparen und leihen“ ist der Versuch, einen Weg zu finden und Erfahrungen zu sammeln, solidarisch mit dem Geld umzugehen, indem wir uns auf gleicher Augenhöhge treffen mit dem, der Geld im Augenblick übrig hat und jenem, dem es im Augenblick mangelt. Dabei geht es um den Alltag, z. B. wenn plötzlich das Auto einen großen Schaden hat und dafür das Geld erst später rein kommt. Das Stichwort dazu ist Mikrofinanzierung oder Übergangskredite, die anderenorts sehr teuer sind.

Deswegen besteht das Projekt aus Personen, die sich in Finanz- d.h. Geld – Angelegenheiten gegenseitig, solidarisch unterstützen wollen. Sie ist eine Solidargemeinschaft, deren Gemeinschaftlichkeit darin besteht, sich gegenseitig bei dem Zugang zu Finanzmittel zu helfen. Sie überwindet die Anonymität von Finanzinstituten, bei denen Geldgeber und -nehmer sich nicht unmittelbar kennen. Dagegen setzt sie auf die unmittelbare Begegnung von Personen, auf die Übersichtlichkeit von kleinen Gruppen, auf Kommunikation untereinander, auf das Kennenlernen und die Transparenz. Voraussetzung dafür ist Vertrauen und zwar in dem speziellen Sinne Vertrauen, zuverlässig mit Finanzen umgehen zu können. Deswegen müssen die Mitglieder auch verbindlich Regeln einhalten.

Wie funktioniert gemeinsames Sparen und Leihen?

Einige Leute tun sich für ca. ein Jahr zusammen. Sie treffen sich alle 4 Wochen zu einem gemeinsamen Essen. Davor gibt jede/r die Summe, die sie/er in diesem Monat sparen will, in die Bank (Kasten), in den auch die Rückzahlungen kommen. Nach dem Essen sagen diejenigen, die Geld leihen wollen, wie viel sie möchten und wie sie das in den nächsten Monaten zurück bezahlen werden. Alles wird aufgeschrieben und ist transparent. Es gibt jemand, der koordiniert, jemand für die Buch- und  Kassenführung. Ende des Jahres muss so viel in der Bank sein, wie die Leute gespart haben. Dann wird es zurückgegeben oder man macht weiter. So ist immer die ganze Summe im Umlauf. Das gemeinsame Essen und monatliche Treffen ist kein Beiwerk, sondern wichtiger, sozialer Bestandteil der Gruppe.

Wir wollen kein alternatives Banksystem installieren oder gar die Welt verändern. Es geht uns um Erfahrungen und dazu fordern wir andere auf, daran teilzunehmen.

Datum / Zeiten:

Mi, den 28. August 2013 um 19 Uhr

Karte klein

Ort

29456 Hitzacker

Alte Sargtischlerei gegenüber der Kirche

Kosten

kostenlos

Hans-Jörg Schlichte

Schlichte
Telefon 05862-216031
Fax 0173-8043632

hajosli.wordpress.com/

Als Ansprechpartner der Gruppe "Gemeinsam sparen und leihen" im Netzwerk "Gemeinsam das Alter gestalten" möchte ich mich vorstellen und gleichzetig sichtbar machen, warum ich mich für die Sommerakademie Wendland einsetze.

Ich bin 1940 in Hann. Münden geboren und dort zur Schule gegangen. Nach einer Lehre als Chemielaborant habe ich über den 2. Bildungsweg den Zugang zum Zoologiestudium erhalten, später als Zoologe in Afrika und Guatemala an Affen geforscht. Danach bin ich  zum Geldverdienen in den Schuldienst gegangen und habe an verschiedenen Reformschulen als Studienrat Biologie und Chemie unterrichtet. Nach meiner Pensionierung habe ich mit meiner Frau in Zentralportugal für 11 Jahre eine kleine Quinta bewirtschaft. Nachdem sich medizinische Probleme eingestellt haben, suchten wir 2010 das Wendland als Lebensmittelpunkt ganz bewusst aus. Dort hat uns die Natur begeistert, das lebhafte Kulturleben und die politische Aufmüpfigkeit angezogen. Wir leben in Hitzacker, wo wir die lebenswichtige Infrastruktur ohne aufwendige Mobilunterstützung erreichen können, in einem Haus, das wir ökogerecht renoviert haben.

Wir haben uns aktiv dem Netzwerk "Gemeinsam das Alter gestalten" angeschlossen.

Vor zehn Jahren hat mich die Lektüre des Buches von Helmut Creutz "Das Geldsyndrom" zum Thema "Geldsystem und Wirtschaft" gebracht, das mich nun nicht mehr los lässt.


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Gemeinde-Karte des Wendlands

Gemeinde-Karte
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Datei:Municipalities_in_DAN.svg, Urheber: TUBS
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